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Part 2: Kambodscha - Siem Reap

tag 7: Pubstreet

Neues Land, neues Glück, hoffentlich geht hier mehr Party als in Peking - wir sollten nicht enttäusch werden wie sich bald heraus stellte.

Mit dem Tuk-Tuk wurden wir vom Flughafen abgeholt und direkt zur Unterkunft gebracht. Übliches Trinkgeld für den Fahrer beläuft sich auf 1-2$, über die 5$ von uns hat er sich natürlich mächtig gefreut - die Einheimischen wollen am liebsten Dollar, da dieser stabiler als die Landeswährung ist, man kann alles mit $ bezahlen,  bekommt dafür auch manchmal einheimische Währung zurück (alles unter 1$ z.B.).

Das Hostel in welchem wir residierten, war natürlich ein Partyhostel mit Pool.

Temperaturtechnisch hatte sich nicht viel geändert, nur die Luftfeuchtigkeit war deutlich höher als in China.

Tanktop an und ab in das Partyviertel. Hunger hatten wir auch, also war der Erkundungsgang mehr als willkommen. Das Viertel war uns auf Anhieb sehr sympathisch, auf den Straßen tummelten sich Touristen und Einheimische gleicher Maßen. Überall gab es Restaurants die typische "Khmer" Spezialiten anboten, kleine mobile Straßenstände mit Fruchtshakes, "Dr. fisch can do massage" (ein Fischbecken mit hunderten Fischen die einem an den Füßen herum knabberten) und an jeder Ecke Tuk-Tuks.

Die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Kambodschaner haben wir dankend angenommen und uns sehr willkommen gefühlt. 
Nach dem Essen schlenderten wir über den Nightmarket mit all seinen Schnäppchen in den unterschiedlichsten Farben und Formen, dort hielt es uns allerdings nicht lange.
Abends waren die Straßen wirklich voll, vor allem die Pubstreet zog nicht nur uns magisch an. Laute Musik, gut gelaunte junge Menschen und eine einmalige Atmosphäre.


Tag 8: Angkor what?

Die Nacht war lang, wir hatten unser Partydefizit aus China nachgeholt und damit unsere gebuchte Angkor Wat Sunrise-Tour verschlafen. Zum Glück gab es da noch die Sunset-Tour zu einer humaneren Uhrzeit.

Mit dem Tuk-Tuk ging es erst zum Ticket-Office und anschließend in den Dschungel zu den zerfallenen und verborgenen Ruinen von Angkor Wat.

Unser Fahrer (Arun) setzte uns jeweils vor dem Eingang ab und wartete auf der anderen Seite wieder auf uns. Neben Angkor und dem "Lara Croft" Tempel besuchten wir drei weitere Tempelruinen. Innerhalb kürzester Zeit lief der Schweiß nur so an uns herab, die Luftfeuchtigkeit war anfangs unerträglich. Nichts desto trotz, genossen wir es durch diese antiken, bizarren Tempelanlagen zu laufen. Uralte Baumriesen bahnten sich über Jahrhunderte mit ihren gigantischen Wurzeln ihren Weg über marodes Mauerwerk und Teile der Tempelanlagen oder hielten die Strukturen mit festem Griff zusammen.
Es war an der Zeit für eine kleine Stärkung bei dieser Hitze, wir fragten Arun, ob es hier auch was zu essen gäbe - und tatsächlich gab es einige Restaurants mitten im Dschungel.

Je größer der Tempel, desto mehr Touristen wuselten durch die Ruinen. Haufenweise Chinesen filmten oder fotografierten alles was sich bewegte oder auch nicht bewegte. Ok, mit zwei Selfiesticks und einer GoPro ausgerüstet gehörten wir auch zu den Paparazzo.

Gegen Abend zog es relativ schnell zu, es regnete wie aus Eimern, auf den Straßen stand das Wasser innerhalb kurzer Zeit einige Zentimeter hoch.

Arun wollte vor der Regenwand warten bis es aufhörte, wir meinten dann es würde uns nichts ausmachen. Allerdings hatten wir gar nicht daran gedacht, dass er nur einen Regenponcho hatte, welcher seine Hose leider nicht vor den Wassermassen schütze. Es gab dann extra Trinkgeld, weil wir uns doch ein bisschen schlecht gefühlt hatten.

Survival-Tipp: Wenn man nachts mal nicht mehr den Weg in die Unterkunft findet, einfach einem freundlichen Tuk-Tuk Fahrer die Karte der Unterkunft mit Wegbeschreibung auf der Rückseite zeigen und man wird für ein paar Dollar direkt vor den Eingang gefahren.


tag 9: War museum & Floating village

Mit unserem Tuk-Tuk Fahrer hatten wir am Vortag vereinbart, dass er uns am nächsten Tag zur Floating Village auf dem Tonlé Sap (größter See Süd-Ost-Asiens) begleitet. Auf dem Weg dorthin gab es noch etwas Geschichtsunterricht über Kambodscha, den Genozid durch den Machthaber Pol Pot (schätzungsweise ließen rund ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung ihr Leben unter seinem Regime). Die Killing Fields haben wir nicht besucht, dafür das War Museum. Wahnsinn was dort alles herum steht.

Mit dem Lang-Boot ging es dann hinaus auf den See, unser Guide (Kumpel von Arun) erzählte uns einiges über den See und die Menschen die an seinem Ufer leben. Der Wasserstand betrug zw. zwei und drei Meter zu diesem Zeitpunkt.
- Während der Regenzeit steigt der Wasserstand dann auf bis zu 14 m an und die Fläche des Sees wächst von 3.000 km² auf bis zu 25.000 km². Wir konnten schon an diesem Tag kein Land mehr am Horizont erkennen, nur Wasser.

Nach einigen Fotos, fuhren wir wieder zurück, um auf einer schwimmenden Krokodilfarm Mittag zu essen. Arun hatten wir am Vortag gebeten, typisch kambodschanisches Essen zu besorgen, gespannt sahen wir ihm beim Auspacken der Leckereien zu. Er erklärte uns was er gekauft hatte, es gab: frittierte, kleine Fische; Schlange; sowie Ohren, Zunge und Lunge vom Schwein mit verschiedenen Soßen. Einen Teller mit gegrilltem Krokodilfleisch haben wir dann noch extra bestellt. Um das Mahl abzurunden, ging ein selbst angesetzter Palmenwein rundum, bis die Flaschen leer waren.
Was sie uns vorerst nicht gesagt hatten - die Schlange nagt man normalerweise nur ab. Moritz und ich wunderten uns schon warum die Schlangenstücke so zäh und knorpelig waren. Nach der Info hat es deutlich besser geschmeckt.

An diesem Abend hatten wir uns für einen Pubcrawl angemeldet, mit den Pubcrawl Tanktops und guter Laune ging es zum Treffpunkt,
der Angkor What? Bar.
Die Einzelheiten erspar ich euch an dieser Stelle, soviel sei gesagt, Deutschland hat England im Bierpong besiegt - Julian, ich hab nie an dir gezweifelt ;)


tag 10: Chilln

Gemütlich ausschlafen war mir ganz recht, nachdem ich die letzten beiden Tage immer als Erster zurück ins Hostel gegangen bin.

Als wir dann alle wach waren und uns aufrappeln konnten, gingen wir zwei Häuser weiter zum "Hidden Home Restaurant". Bestes Frühstück zu absolut fairen Preisen. Zu jedem Essen gab es kostenlos, frische Früchte, einen Eistee und Reis dazu. Der mit Abstand beste "Mixed Fruit Cocktail" wurde hier ebenfalls serviert, für nur 1,50$.

Zu Fuß zogen wir noch ein wenig durch die Straßen, flohen dann allerdings doch recht schnell wieder ins Hostel an den Pool.

Ein letztes Mal probierten wir uns abends durch die einheimische Küche und kauften ein paar Souvenirs auf einem der vielen Nightmarkets.

Ein Abstecher nach Kambodscha lohnt sich in jeder Hinsicht, es gibt sogar traumhafte, nahezu unberührte Sandstrände - hab ich erst im Nachhinein erfahren, also vorab schlau machen lohnt sich.

Sonne Meer und verlassene Sandstrände sollten uns schon am nächsten Tag in Thailand erwarten - oh yeah.